Farbwellen. Zwischen der Kunst und dem Abziehbild vom Leben

Spricht Wojciech Tuleya

Sebastian SkoczylasSebastian SkoczylasSebastian SkoczylasSebastian SkoczylasSebastian Skoczylas

Das Rezept für eine heiße abstrakte Malerei ist scheinbar einfach - Farbe, Licht, eventuell Textur. Was noch?

Für mich ist die mit der Landschaft verbundene Erfahrung sehr wichtig. Aber ich finde dann in den Bildern keine konkreten Orte, keine entstandenen Situationen wieder, es ist keine wörtliche Übertragung - ich kann nicht sagen, dass das orangenfarbene Bild ein Sonnenuntergang an der Ostsee ist ... es geht eher um den Eindruck - um mein Empfinden der Landschaft und des Augenblicks. Ein Bild ist das Ergebnis der visuellen Erfahrungen.

Ein Echo des Impressionismus?

Ich habe durchaus impressionistische Neigungen, tatsächlich mag ich die Impressionisten sehr, obwohl man das auf den ersten Blick in meinen Bildern nicht sieht, denn sie sind doch abstrakt. Mich fasziniert vor allem die Energie, die aus den Farben sprüht. Wenn es um die bloße Handhabung von Farben geht, ist Mark Rothko mein Meister; um wieder auf die Landschaft zurückzukommen, gefällt mir die Einstellung von Leon Tarasewicz. Was Lernen und Inspiration betrifft, verdanke ich viel dem Professor Józef Hałas, der mich in der Akademie der Bildenden Künste in Wrocław unterrichtete. Hałas sagt: "Ich möchte im Gleichgewicht sein zwischen der Kunst und dem Abziehbild vom Leben, von der Natur. Auch im Gleichgewicht zwischen der Intuition und dem Bewusstsein".

Wann hast Du die Abstraktion für sich entdeckt?

Das war ein langer Prozess, aber seit der Hälfte des Studiums, seit 2002, male ich ausschließlich abstrakte Bilder. Es geht immer wieder um die Farbe, Farbzusammensetzungen, Farbspiele, um das Entdecken, wie die Farben zueinander stehen und welche Wirkungskraft sie haben; wie man das Licht wiedergeben und das Bild mit ihm sättigen soll.

In Deinen Bildern ist die Textur sehr wichtig - all die lichten Weiten zwischen den Farben, das Auftragen folgender Farbschichten, im gewissen Sinne eine Ajourarbeit.

Es war nicht immer so. Die Rolle der Textur habe ich erst am Ende des Studiums entdeckt. Früher malte ich mit Ölfarben, die Bilder waren glatt. Ich versuchte es mit Acryl und zunächst hatte ich damit keinen Erfolg. Durch Versuche und Irrtümer mußte ich die Acryltechnik erlernen - ich legte die Farben auf, riß sie dann herunter... Zufällig habe ich die rauhe, unebene Textur entdeckt.

Hast Du besondere Vorlieben bezüglich Farbzusammensetzungen?

Das ändert sich. Vor kurzem fiel mir auf, man könnte tatsächlich irgendwelche Perioden nach Lieblingsfarben, Farbwellen bestimmen. In letzter Zeit denke ich immer häufiger an blaue Bilder, gesättigtes Dunkel-, kein weißwaschenes Blau. Gewiss erlebe ich Phasen des Addierens und des Subtrahierens. Die Arbeiten vom Vorjahr sind sparsamer als die früheren.

Du machst keine Skizzen, die Farben setzt Du im Kopf zusammen - das Endeffekt ist vorhersehbar, malst Du intuitiv?

Ich male nur bei Tageslicht - davon hängt viel ab. Ich habe eine Idee für ein Bild, eine Farbzusammensetzung, aber darauf legt sich noch das Licht im Atelier, meine Laune, die allgemeine Atmosphäre - mit einem Wort: inwiefern es gelingt, in einem Bild das Gleichgewicht zwischen Kunst und Leben zu erreichen.



Ausgewählte Werke

    • Horizon with greens
    • Horizon with greens

      • Medium: Oil on Canvas
      • Size: 108 x 108 centimeters
      • Price: PLN 9500

    siehe bild

    • Reverse
    • Reverse

      • Medium: Oil on Canvas
      • Size: 100 x 120 centimeters
      • Price: PLN 4500

    siehe bild

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