Polyrhythmus der Ereignisse. Polyphonie der Seufzer
Malerei der Geste, Farbigkeit und Dramatik, mit einer gewissen Verwurzelung in der historischen Abstraktion, Verweise auf die 1950er Jahre, das heroische Jahrzehnt des Tachismus.
Wir verfolgten das Schaffen von Maciej Przybylski in seinen sozialen Medien: figurative Arbeiten, Materialexperimente, geometrische Arbeiten auf Papier. Vielfältige Werkzyklen. Besonders fesselten uns die abstrakten Bilder – kraftvoll, expressiv, aus dem Bauch heraus gemalt, voller Emotionen, zugleich äußerst anziehend und dekorativ. Die Fotos auf Instagram zeigten nicht den Maßstab dieser Werke; die Wirkung dieser großformatigen Gemälde spürten wir erst im Atelier des Künstlers in Posen.
Beim Durchsehen weiterer Leinwände entwickelte sich ein Gespräch über Malerei, die nicht dem Inhalt dient und doch eine ganze Fracht an Bedeutungen trägt; über jungianische Archetypen, das Herausarbeiten aus dem Chaos, die Suche nach Form, die Freisetzung malerischer Energie, Ausdruck und Modalität der Emotionen. Immer wieder tauchten Bezüge zu Alicja Kępińskas Buch Element und Mythos auf, Versuche, das amerikanische Action Painting zu verstehen, die schwer zu entschlüsselnden verborgenen Bedeutungen dieser Kunst.
Im Gespräch kehrte auch das Thema der Durchdringung von Malerei und Musik zurück, das auch im Titel der aktuellen Ausstellung angedeutet wird. Bezüge zur Musik erscheinen häufig in den Bildern und Äußerungen von Maciej Przybylski, Maler und Musiker. Er behauptet, dass Musik unsere Wahrnehmung eines Bildes neu stimmen kann und dass sie schließlich bewusst in seiner Malerei zum Klingen kommt.

