Ausgekratzt mit einem Kuli ohne Kugel

Von Wojciech Tuleya

Als ich meiner Bekannten die Comics von Janek Koza zeigte, sagte sie: weißt du, solche Sachen fand man früher in den Bahn-Toiletten, ausgekratzt mit einem Kuli ohne Kugel!. Vornehme Menschen können tatsächlich Janek Koza nicht ernst nehmen. Denn er beschäftigt sich mit all dem, was peinlich, kitschig und uncool ist. Mit dem, was Purcell-Hörer und Masolino-Liebhaber streng vermeiden. Seine Helden sind dick und leben in Wohnblocks. Sie waschen ihre Autos während Kurz-Trips in die Natur, während sie gleichzeitig neben dem Wagen grillen. Die Frauen sind Luder in weißen Lackstiefeln, die Männer sind glatzköpfige „Bärchen“ in Traininganzügen.

Janek Koza

Und wie werden sie gezeichnet! Krumm, mit einer unebenen Linie. Sogar einige Bildrahmen sind ungerade, die Buchstaben in den Luftblasen sehen aus wie Tätowierungen von Lumpen aus den Siebzigern. Alles zusammen im Stil einer Toiletten-Freske und erzählt wie eine Gefängnis-Ballade: Joanna haut Roman auf die Nase, weil er untreu war. Als Sühne kauft er ihr neue Stiefel. Natürlich in weiß. Leider werden sie immer drücken! Sprich: so wie Romans Untreue immer wehtun wird.

Koza charakterisiert seine Helden auf eine fantastische Weise: oft zeigt er nur Teile ihrer Physiognomie (das Gesicht der betrogenen Joanna sehen wir nicht, aber ihre Hände und Füße sagen alles!). Er liebt Vergrößerungen, Hässlichkeit und Drastisches. Die Proportionen der Zeichnung werden geändert, als ob er von bestimmten Elementen eine übertriebene Großaufnahme machen würde. Alles, um es dem Betrachter schwer und ungemütlich zu machen. Wenn es jemand gemütlich mag, kann er sich die „Viva!“ kaufen oder den Fernseher auf „Frühstück-TV“ schalten. Koza wird uns dabei nicht helfen.



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