Außerhalb der Worte

Von Jacek Antoni Zieliński

Die Welt der Malerei von Piotr Bukowski wird von der Phantasie geschaffen, die reich an symbolischen Bedeutungen ist. Literarisch könnte man sie nicht ausdrücken. Um zu existieren, müssen sie als Bilder auftreten.

Piotr Bukowski

In einem geräumigen, konventionell dargestellten Kinosaal starrt eine Gruppe von kleinen Menschen auf eine große, leuchtende, leere Leinwand. Diese Leinwand muss ein helles Rechteck sein, der Blicke an sich zieht. Mit Worten könnte es nicht wiedergegeben werden. Eine Beschreibung der leeren rechteckigen Fläche wäre emotional nie gleichwertig damit, sie auf einem Bild zu zeigen - oder im Bild, denn wir haben hier noch zusätzlich den Eindruck, einen Raum zu sehen, der uns in die Tiefe zieht und unser Auge auf etwas lenkt, was eine reale Darstellung von "tabula rasa" ist. Uns und noch mehr den anonymen Menschen, die im Bild vor der Leinwand sitzen, soll etwas erscheinen, worauf sie warten. Man ahnt noch nicht, was es wird: deren Vergangenheit, Zukunft, Schicksal? Mit Sicherheit weiß man nur eines: der von uns beobachtete Moment der Erwartung wird sich nicht ändern, wird so lange andauern, so lange das Bild besteht, das von dem Maler ins Leben gerufen wurde. Durch die Anspielung aufs Kino wird die Situation insofern interessanter, dass man in diesem Fall auf die Spezifik des Gemäldes hinweist, das nicht durch Bewegung, sondern eben durch seine Unbeweglichkeit imstande ist, bestimmte Inhalte auszudrücken.

Piotr Bukowski

In der leeren, aber von Wolken und Wasser verdichteten Landschaft, unter der riesigen Brückenkonstruktion steht am Flussufer die Gruppe von kleinen menschlichen Figuren. Jemand fährt am Fluss das Boot. Was das Bild darstellt, ist eigentlich Bewegungslosigkeit, aber die Bewegung ist vorhanden: in der Geste des Pinsels, mit der Wolken am Himmel, Wasser des Flusses und Brückenglieder gemalt werden. Durch die Opposition dieser beiden Zustände entsteht das Klima der Unruhe, der Erwartung von dessen, was passieren könnte.

Piotr Bukowski

In einem anderen Bild beinhaltet der Raum - ein großes, mit rotem Licht gesättigtes Inneres, in dem der deutlichste Akzent das dunkle Rechteck einer Tür ist - die Waschszene mit einer erleuchteten, nackten Figur einer jungen Frau. Deren Aufhellung, Zerstäuben des Lichts und die Tür, die nach dem Gesetz des Kontrastes durch ihre Schwärze bedrohlich wirkt - all das gibt uns zu verstehen, dass es sich um eine symbolische Waschung handelt. Im oberen Teil des Werkes, wie in einer anderen Raumzone, wird dieses Geschehen von einigen  verschwommenen, undeutlichen Menschensilhouetten wahrgenommen.

Bilder dieser Art kommen nur außerhalb der Worte zustande. Schon deren Beschreibung ist ein notwendiges Übel, das nur verletzt, was unbenannt bleiben sollte. Wenn ich mich hier dennoch der Beschreibungen bediente, dann nur, um aus der Malerei von Piotr Bukowski das Wichtigste herauszuholen. Denn sie konfrontiert uns mit dem Geheimnis, das im Bild der Wirklichkeit verschlüsselt ist.



Ausgewählte Werke

    • City in the distance
    • City in the distance

      • Medium: Oil on Canvas
      • Size: 58 x 44 centimeters
      • Price: PLN 3200

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    • Bridge
    • Bridge

      • Medium: Oil on Canvas
      • Size: 86 x 70 centimeters
      • Price: PLN 3500

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